Geschrieben von: Snezana Linten Freitag, den 18. Juni 2010 um 08:28 Uhr
Deutschlandbote - Familie
Pressemitteilung
Kleinostheim/Aschaffenburg, 17.6.2010; Kleinostheimer Kindergarten-Redakteure recherchieren und formulieren ihre eigenen Artikel. Jeden Dienstag pünktlich um 8.00 Uhr trifft sich das Redaktionsteam im der Kindertagesstätte St. Markus Kleinostheim. 10 Kinder im Vorschulalter bereiten mit Unterstützung der Chefredakteurin Berichte und Geschichten für ihre eigene Kindergartenzeitung vor. „Neues aus Samakita-Land“ ist die erste und wohl einzige Kinderzeitung von Kindern für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Mit dem neuen Kindergartenjahr 2010/11 geht die Zeitung bereits ins 5. Jahr.
Derzeit arbeiten die 5- bis 6-jährigen Redakteure an der zweiten Jahresausgabe der Kindergartenzeitung und der achten insgesamt. Zweimal im Jahr erfahren alle Kinder, Eltern und Verwandten, was in der evangelischen Kindertagesstätte Kleinostheim bei Aschaffenburg passiert. Und zwar aus Kinderaugen und –ohren, und vor allem aus Kindermund. So berichten die Jung-Redakteure, die sich jedes Jahr aus neuen Vorschulkindern zusammensetzen, was es zum Beispiel aus den Gruppen an neuen und interessanten Projekten gibt. Etwa wie man Blindenschrift liest oder wie die Kinder mit Jonas, einem Gruppenkind mit Down-Syndrom, kommunizieren. Dann gibt es noch die Rubriken Aktuelles und Spezielles, Menschen unter uns, Aus aller Herren Länder, Jetzt wird’s lustig und wieder was gelernt. Dafür interviewen die Kinder beispielsweise eine Tierärztin, besuchen eine Knopffabrik, schauen einer Handball- oder Fußballmannschaft beim Training zu oder lernen wie „Aus Kacke Strom und sauberes Wasser wird“. Oder sie überlegen sich Fragen für die Eltern eines ausländischen Kindergartenkindes zu deren Land und den dortigen Gewohnheiten.
Kritik als sachlicher Meinungsaustausch ohne Angriff oder Beleidigung
Die Kinder recherchieren und liefern Beiträge, indem sie Eltern und Verwandte befragen, sich mit Erzieherinnen und Gruppenkindern beratschlagen oder andere Projektgruppen, wie die Waldforscher, die Forscherwerkstatt oder das Kinderparlament um Beiträge bitten. Manche Kinder, wie die 5-jährige Lilli, schreiben ihre Geschichten sogar schon selbst, obwohl sie ja noch nicht in die Schule gehen: „Ain klainer Schmeterling wollte fligen lernen. Er sagte bite hilf mir.“ Eines der ersten Handwerkszeuge, die die jungen Zeitungsmacher lernen, sind die W-Fragen „Wer-was-wo-wann-warum-wie“. Mit ihnen gelingt es den Kindern häufig recht schnell, Sachverhalte zu formulieren und den Eltern oder Erzieherinnen punktgenau in die Feder zu diktieren. Themenvorschläge und Ideen werden im Redaktionsteam diskutiert, z. B. ob sie die Leser interessieren, ob etwas lustig ist oder wie die Kinder weitere wichtige Informationen beschaffen. Auch hier gehen die Meinungen häufig auseinander: Was der eine wichtig findet, findet der andere doof. Was den einen köstlich amüsiert, kann der andere überhaupt nicht komisch finden. Kritik ist hier eine sachliche Austragung von Meinungsverschiedenheiten. Ohne Angriff, ohne persönliche Beleidigung, ohne faden Beigeschmack. Um etwa 8.45 Uhr schwirren alle fröhlich zurück in ihre Gruppen. Hier unterscheidet sich wohl die kleine Redaktionssitzung von den großen professionellen.
Mit Kindern arbeiten heißt flexibel sein und nichts erwarten
„Mein Wunsch war es, die Kreativität und Gedankengänge der Kinder, die sich von uns Erwachsenen häufig erheblich unterscheiden, in irgendeiner Form festzuhalten.“ erklärt die Werbe- und PR-Texterin, Initiatorin und Chefredakteurin Snezana Linten ihre damalige Motivation. Zusammen mit der Kindergartenleiterin Petra Sparn leitet sie die wöchentlichen Redaktionssitzungen und bereitet anschließend Beiträge und Fotos für die Grafikerin auf. „Man muss sehr flexibel in die Sitzungen gehen, denn mal sind die Kinder sehr aufmerksam und fordernd, mal müde oder zappelig.“ beschreibt die Mutter von drei Kindern, deren jüngste Tochter zu den Gründungsmitgliedern im Jahr 2006 zählte, die wöchentliche Herausforderung. Mit einer Auflage von ca. 200 Stück wird die Zeitung von den Redaktionsmitgliedern selbst an Kindergarteneltern und deren Angehörige verkauft. Den Verkauf selbst verstehen die Kinder vor allem als Belohnung und als Zeichen der Wertschätzung für ihren monatelangen Arbeitseinsatz.
Pressekontakt: Snezana Linten – APROPOS.TEXT – Alfred-Delp-Straße 12 – 63801 Kleinostheim – Mail: presse@apropos-text.de
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