Geschrieben von: Michael Lenz Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 09:49 Uhr
Deutschlandbote - Gesundheit
Pressemitteilung
Ravensburg, 28.07.2010; Im Landkreis Ravensburg steigt die Zahl der von Schlafstörungen Betroffenen. Was tun bei Schlafstörungen? Die Ausfalltage liegen jetzt auf dem Durchschnitt des Landes; Fälle von Verletzungen und Vergiftungen gehen zurück – während Schlafstörungen weit verbreitet sind.
Im Jahr 2009 ist in Baden-Württemberg der Krankenstand leicht gestiegen und beträgt jetzt 2,8 Prozent. Leicht gestiegen sind ebenso die Krankheitsfälle in den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen. Dort nahm die Quote um 0,1 Prozentpunkte zu und überschritt in der Region mit 2,8 Prozent Ausfalltagen des Durchschnitt im Land. Allerdings lagen die Landkreise unter dem Bundesdurchschnitt: Mit 28 von 1.000 DAK-Versicherten, die sich pro Tag des vergangenen Jahres krankgemeldet hatten gegenüber 34 auf Bundesebene.
Innerhalb Baden-Württembergs verzeichneten Heidelberg und der Landkreis Tübingen die geringsten Quoten bei den Ausfalltagen: jeweils 2,4 Prozent. In der Region Karlsruhe wurden dahingegen 3,2 Prozent gemeldet. Der Gesundheitsreport der DAK besagt, dass in der Region Ravensburg, Sigmaringen ausgefallene Arbeitstage wegen Muskel-Skelett-Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr 27 Prozent zugenommen haben. Somit ist dies die häufigste Ursache für Ausfalltage. Rücken-Erkrankungen sind in den Landkreisen folglich viel verbreiteter als anderenorts und liegen über dem Landesdurchschnitt. Des Weiteren haben Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel Bronchitis oder ernste Erkältungsbeschwerden zugenommen. In dieser Kategorie liegt die Region ungeachtet einer Zunahme von 10 Prozent noch unterhalb des Landesdurchschnitts. Verletzungen und Vergiftungen sind um vier Prozent zurückgegangen.
„Die Höhe des Krankenstandes in den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen zeigt, dass es in Sachen Gesundheit weitere Handlungsmöglichkeiten gibt“, erklärte der DAK-Chef Michael Lenz. „Wer sich zum Beispiel richtig ernährt, entspannt und bewegt, macht einen wichtigen Schritt zu einem gesünderen Leben. Auch die Arbeitgeber können viel dafür tun, um den Krankenstand in ihrem Unternehmen möglichst niedrig zu halten. Als kompetenter Partner in Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir in der Region sehr gerne.“ Die DAK widmet sich deshalb im diesem Jahr einer Kampagne zur Aufklärung und Information zum Thema Schlafbeschwerden. „Es geht hier nicht um Schäfchen-Zählen und ein harmloses Lifestyle-Problem“, so Lenz. „In Baden-Württemberg quälen sich fast täglich mehr als 500.000 Erwerbstätige übermüdet durch ihren Arbeitsalltag. Die Menschen leisten dadurch nicht nur weniger. Sie verursachen auch mehr Unfälle und gefährden ihre Gesundheit.“
Dr. Heribert Knape zufolge ist es wichtig Schlafbeschwerden, die länger als ein Monat anhalten, durchschnittlich an wenigstens drei Wochentagen vorkommen und die sich nachteilig auf den Berufsalltag auswirken durch Fachleute untersuchen zu lassen. Dr. Knape der Leiter des Schlaflabors der Waldburg Zeil Fachklinik in Wangen und setzt sich täglich mit Schlafproblemen auseinander. Leider ist es bei Betroffenen gängig sich ihre Erkrankung nicht attestieren zu lassen und dass sie keine behandelnde Maßnahmen dagegen ergreifen.
In Baden-Württemberg leiden 500.000 Berufstätige an schwere Schlafstörungen
Eine DAK-Befragung der Bevölkerung in Baden-Württemberg verdeutlicht, dass bei fast 50 Prozent aller berufstätigen Menschen Beschwerden beim Einschlafen auftreten oder sie nachts nicht durchschlafen können. Was tun bei Schlafstörungen? Die analytische Durchsicht entsprechender Meldungen von Krankheitsfällen im Land zwischen 2005 und 2009 besagt, dass in dieser Zeit Schlafstörungen, die Arbeitsfälle nach sich gezogen haben, um 22 angestiegen sind. Chronische Schlafbeschwerden erhöhen das Risiko an psychischen Leiden wie Depressionen und Angststörungen oder an Herz-Kreislauf-Beschwerden zu erkranken. Auch die generelle Lebenserwartung kann durch sie vermindert werden. Experten zum Thema warnen allgemein davor, dass innerhalb der Bevölkerung diese Risiken nicht ernst genommen werden. Arztbesuche werden umgangen und stattdessen und dies auch über längere Zeit zum freiverkäuflichen Schlafmitteln gegriffen. Dies wird auch von Dr. Heribert Knape bestätigt. Die Gründe, dass Schwierigkeiten beim Schlafen vorkommen sind unterschiedlich.
40 Prozent der Personen, die an Schlafstörungen leiden geben Stress und andere Belastungen als hauptsächliche Ursache dafür an. Zu solchen Belastungen zählen ebenfalls Konflikte am Arbeitsplatz; durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkten sich derartige Schwierigkeiten. Jeder Vierte beschäftigt sich im Verlauf der Nacht mit Sorgen und Ängsten. Geräuschbelastungen oder Schmerz sind ebenfalls Gründe für Schlafstörungen. „In unserer 24-Stunden-Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität im Beruf und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe“, so Michael Lenz. „Gesunder Schlaf ist nicht nur der Schlüssel für Top-Leistungen am Arbeitsplatz sondern auch für ein zufriedeneres Familienleben.“
Auf lange Sicht legt die DAK nahe auf Schlafmittel zu verzichten und lieber den Ursachen der Schlafprobleme auf den Grund zu gehen. Alternativ zu Medikamenten sind feste Zeiten für das Zubettgehen und Aufstehen hilfreich. Entspannungsübungen, beispielsweise Autogenes Training, können gleichermaßen zum Ziel führen.
Pressekontakt: Michael Lenz, Tel. 07522-975410, Fax: 040-33470673277, e-mail: michael.lenz@dak.de
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